Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Warum tu ich mir das eigentlich an?“ von Céline von Textemitziel. Ein schöner Anlass, um mal ehrlich hinter die Kulissen zu schauen.
Samstagmorgen, 8:30 Uhr. Ich sitze gemütlich mit meiner Familie am Frühstückstisch und genieße die frischen Brötchen und eine Tasse Kaffee.
Bis mein Blick auf die Uhr fällt. Schnell schlucke ich den letzten Bissen runter und springe auf: „Ich muss los, das Schlafcoaching wartet.“ Mein Mann schaut mich halb mitleidig, halb vorwurfsvoll an: „Ach, das ja auch noch.“
Während ich zur Tür hetze und unterwegs noch meinen Rucksack schnappe, schießt mir dieser Gedanke durch den Kopf: Warum tu ich mir das eigentlich an?
Mein Feierabend am Schreibtisch
Das Schlafcoaching mache ich nebenberuflich. Und wer diesen Spagat kennt, weiß, was das im Alltag heißt: Der normale Arbeitstag ist vorbei, die Kinder sind um 21:00 Uhr endlich im Bett – und ich setze mich an den Schreibtisch, um die nächste Beratung vorzubereiten.
Während andere bei Netflix abschalten, wälze ich Schlafprotokolle. Ich puzzle die Infos der Familie zusammen, um herauszufinden, wo es eigentlich hakt.
Von außen wirkt das manchmal wie ein „zeitintensives, nettes Hobby“. Und ganz ehrlich: Wirtschaftlich betrachtet frage ich mich an manchen Abenden tatsächlich, ob Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Warum also lege ich nicht einfach die Beine hoch und genieße den Feierabend?
Vom eigenen Schlafmangel zum Aha-Moment
Als meine Tochter noch ein Baby war, hatte ich selbst mit massivem Schlafmangel zu kämpfen. In meinem Kopf gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder durchhalten, bis sie irgendwann von selbst besser schläft, oder Schlaftraining, also Tür zu und schreien lassen. Das zweite kam für mich auf gar keinen Fall in Frage.
Dass es auch andere Möglichkeiten des Schlafcoachings als dieses “beinharte” Schlaftraining gibt, hatte ich zwar schon mal gehört, doch ich war lange Zeit sehr skeptisch, dass es am Ende doch nur ein nett verpacktes Schlaftraining wäre. Also sah ich schlicht keinen Ausweg.
Erst als wir schließlich eine Beraterin fanden, die bindungsorientiert arbeitete, verstand ich den Unterschied zwischen Schlafcoaching und Schlaftraining: Beim Schlafcoaching geht es eben nicht darum, das Kind zu trainieren, sondern darum, die Eltern mit Fachwissen zu versorgen, die Situation mit Abstand zu reflektieren und ihnen Sicherheit zu geben. Dieser Ansatz brachte für uns damals endlich die Wende.
Und genau deshalb begleite ich heute seit über sechs Jahren Familien: Ich möchte Eltern zeigen, dass sie diesen Dauerstress eben nicht einfach aushalten müssen. Sie können den Schlaf aktiv verbessern, ohne gegen das eigene Bauchgefühl handeln zu müssen.
Wenn mir die Geschichten nah gehen
Die Arbeit geht nicht immer spurlos an mir vorbei. Wenn sich Eltern an mich wenden, sind sie oft am absoluten Limit. Sie setzen große Hoffnungen in mich – und das erzeugt natürlich auch bei mir Druck. Ich möchte das Problem schließlich lösen und helfen.
Gerade am Anfang habe ich die Sorgen der Familien oft mit nach Hause genommen. Ich musste erst lernen, einen Schritt zurückzutreten und einen gewissen Abstand zu wahren.
Es geht um viel mehr als nur Schlaf
Und dann gibt es diese Momente, in denen mir wieder glasklar wird, warum ich das alles mache:
Die handgeschriebene Karte im Briefkasten, auf der steht: „Wir möchten uns von Herzen bei dir bedanken. Unser ganzes Familienleben ist einfach so viel entspannter geworden.“
Oder die Sprachnachricht einer Mama, die mir begeistert erzählt: „Das Ins-Bett-Bringen war für uns eine riesengroße Belastung – jetzt ist es der schönste Part des Tages. Und auch unsere Nächte sind endlich wieder erholsam.“
In genau diesen Momenten merke ich, worum es hier eigentlich geht. Es geht nicht nur um ein paar Stunden mehr Schlaf. Es geht darum, dass Familien aus dem Dauerkrisenmodus herauskommen, dass Eltern abends wieder entspannt auf dem Sofa sitzen können und die gemeinsame Zeit mit ihrem Kind wieder genießen können.
Zu sehen, dass bei den Familien endlich wieder Freude einkehrt: Dafür stehe ich samstags gerne früher vom Frühstückstisch auf.
Und genau deshalb tue ich mir das immer wieder an.

Wer schreibt hier eigentlich?
Hallo, ich bin Anke. In den letzten sechs Jahren durfte ich zahlreiche Familien dabei unterstützen, den Schlaf ihrer Kinder besser zu verstehen und Schlafschwierigkeiten bindungsorientiert zu lösen.
Neben Einzelberatungen gebe ich mein Wissen regelmäßig in Workshops beim Kinderschutzbund sowie im Rahmen von Fortbildungen für die Kindertagespflege weiter.
Als zertifizierter Schlafcoach für bindungsorientierten Kinderschlaf liegt mir eine hohe Beratungsqualität am Herzen. Daher erweitere ich mein Fachwissen kontinuierlich durch Fortbildungen – etwa in systemischer Beratung, Marte Meo und Notfallpädagogik – um dich und deine Familie mit aktuellem Fachwissen und einem Blick für das Wesentliche zu begleiten.
Bereit für Veränderung? Lass uns gemeinsam schauen, wie ich dich unterstützen kann. Hier geht es zum Schlafcoaching.

